Surrealismus + (Anti-)Faschismus

Die Fragen nach Faschismus, Antifaschismus und Tendenzen der Faschisierung sind Schlüsselfragen unserer Zeit. Um in der zeitgenössischen Debatte den Überblick nicht zu verlieren, schlägt das Seminar – gemeinsam mit der preisgekrönten Ausstellung von 2025 »Surrealismus + Antifaschismus« im Lenbachhaus München – eine historisierende Perspektive vor: Es werden Theorien und künstlerische Interventionen thematisiert, die eine Archäologie des Faschismus und der Faschisierung versuchen. Bei dieser künstlerischen und theoretischen Erforschung von Faschismus und Kolonialismus geraten insbesondere Kunstrichtungen wie der Surrealismus sowie dissidente Institutionen wie das Pariser Collège de Sociologie (1937-39) in den Blick, das faschisierende Tendenzen auch in Literatur und Poesie, in der Religions- und Kulturgeschichte aufspürte, aber seine Untersuchungen auch auf benachbarte Bereiche wie die Ambiguität des Heiligen erweiterte. Schließlich interessierte sich nicht nur das Collège für Bruderschaften, Orden und Geheimgesellschaften als Brutstätten des Faschismus, sondern neuerdings auch die Dark Enlightenment und Big Tech, womit das Seminar wieder in der Gegenwart ankommt.

Literatur: Surrealismus + Antifaschismus. Anthologie, hrsg. v. Karin Althaus et al., Lenbachhaus München 2025. Mit Texten unter anderem von Theodor W. Adorno, Georges Bataille, Walter Benjamin, Andre Breton, Claude Cahun, Leonora Carrington, Aimé Césaire, Suzanne Césaire, Lee Miller, Karel Teige, Leo Trotzki. 

Prof. Dr. Kathrin Busch

Blockseminar: 3. bis 6. Dezember im Gutshof Sauen

Auftakt: 06. November, 17h, STR 207

Anmeldung: https://moodle.udk-berlin.de/moodle/course/index.php?categoryid=273