Das Seminar Slow Flow erforscht Prinzipien der Entschleunigung als künstlerisches, soziales und ökologisches Gegenkonzept zu einer Kultur der Hochleistungsgesellschaft, Aufmerksamkeitsökonomie und Überproduktion. Im Zentrum stehen Überlegungen, wie sich die Komponente Zeit als kompositorisches, dramaturgisches und politisches Werkzeug auf unser Verhältnis zu Design, Produkten und deren Anwendung auswirkt.
Mit Methoden von Zeichnen, Deep Listening und somatischen Übungen zur Körperwahrnehmung werden die Überlegungen zu Zeitlichkeit direkt angewandt. Die gemeinsame Lektüre ergänzender Literatur, in der Ruhe als sozialpolitisches, widerständiges Werkzeug beschrieben wird, dient der kritischen Reflexion über Arbeit, Produktivität und einhergehende Handlungsspielräume.
Anhand von Beispielen aus Film, Musik und Theater werden Methoden von Verlangsamung analysiert. Dauer, Rhythmus, Wiederholung, Reduktion und Stille werden auf ihre kreativen Potenziale befragt und erfahrbar gemacht. Kollektive Unternehmungen im Stadt- und Naturraum dienen als unterstützende Verfahren, um imaginativen Flow auszulösen.
In kollaborativen Arbeitsprozessen entwickeln die Studierenden Projekte, die Strategien der Verlangsamung und Reduktion erproben und in eine eigenständige visuelle und narrative Sprache übersetzen. Als erweiterte Assoziationskette werden Praktiken von Fürsorge und Versorgung, wie Fermentationsprozesse und das Backen von Sauerteigbrot, in das Seminar eingewoben.
Prof. Antje Engelmann | LA Carsten Struck | LA Lola Göller
Modul: 2, 90202 | Kunst und Design Grundlagen visuell-ästhet. Praktiktiken 2 | 4SWS/3LP
Start: 23.4.2026 09:00 Uhr – 13:00 Uhr | Raum 002/003