MENSCHEN AM SONNTAG

Berghain Berlin Creative Commons

 

 

 

MENSCHEN AM SONNTAG

Entwurfsprojekt
Mode 4. Semester

Projektbetreuung
Prof. Wowo Kraus
KM Sarah Effenberger
Silvia Schüller
Dorothee Warning

Kick-Off
18.04.2016,
Raum 412

Projekttag
Montag & Dienstags
10-17 Uhr

Raum
STR, Raum 412

Das Strickseminar mit Veronika Gross findet integriert statt.

Der Sonntag – oder auch „dies solis“, der Sonnentag – wurde als Ruhetag geschaffen. In der christlich geprägten Kultur des Okzidents war und ist der Sonntag historisch gesehen der „Tag des Herrn“, der Tag, an dem bis heute in Kirchen Gottesdienst gefeiert wird. Der Begriff „Sonntagskleidung“ kann historisch gesehen nicht ohne die althergebrachte Bedeutung des siebten Wochentags gedacht werden: Nach einer durch den harten Arbeitsalltag geprägten Woche, warf man sich am Sonntag in „Schale“, holte zur „Feier des Tages“ seine beste Kleidung – die Tracht, den Anzug, das Kleid – aus dem Schrank. Man ging in die Kirche, unternahm Spazierfahrten, flanierte, kurzum: Man zeigte sich im öffentlichen Raum.

Was bedeutet der Sonntag für unsere heutige Gesellschaft?

Zumindest in den städtischen Umgebungen ist der Kirchengang bei den meisten kein Thema mehr. Heute schläft man – nach einer nunmehr anders gearteten anstrengenden Arbeitswoche – aus. Wohlmöglich hat man sich außerdem am Abend zuvor dem Nachtleben hingegeben. Nach dem Aufstehen greift man zu „Wohlfühlkleidung“; der repräsentative Charakter, der mit dem Sonntag einherging, ist, so scheint es, in den Hintergrund getreten bzw. orientiert sich an anderen Denkmodellen.

Was bedeutet „Sonntagskleidung“ oder „Festtagskleidung“ heutzutage für uns? Und zu welchen Anlässen holen wir sie aus dem Schrank? Was bedeutet der Sonntag, für den nach wie vor – ja fast anachronistisch – strenge Geschäftsschließzeiten gelten? Wie verbringen wir diesen Tag? Und welche Bedeutung hat er, sobald wir über den Tellerrand des „Okzidents“ schauen?

Von dem von jedem Studenten zunächst individuell zu definierenden Konzept der „Festtagskleidung“ ausgehend, soll zeichnerisch eine Kollektion aus 10 Silhouetten entstehen, von der zwei Silhouetten in Material gefertigt werden.