Verwundbarkeit. Diskurse, Praktiken und Ästhetiken des beschädigten Lebens

Theodor W. Adorno hat seiner Minima Moralia den Untertitel „Reflexionen aus dem beschädigten Leben” gegeben. Als grundsätzlich beschädigt gilt ihm das Leben im Gewaltzusammenhang des Kapitalismus. Aufgabe der Theorie sei es, die „Schründe und Risse” der Welt offenzulegen. 

In den gegenwärtigen Krisen infolge von Kriegen, Unterdrückung, Ausbeutung und Ausgrenzung werden Entfremdung und Verwundung in besonderer Weise sichtbar. Nicht nur im Politischen auch für die Künste stellt sich die Frage, wie auf die Verletzbarkeit und Verletzbarmachung des Menschen und seiner Umgebung zu reagieren ist. Wie können Reparationsprozesse gestaltet werden? Wann sind Fürsorge und Heilung sinnvolle Anliegen und wann müssen drastische Darstellungen der Unheilbarkeit künstlerisch und gestalterisch als Mittel der Kritik eingesetzt werden? Und wie steht es um die ästhetische Lust an der Wunde? 

Im Seminar wollen wir die unterschiedlichen Diskurse über Verletzbarkeit in den Blick nehmen und fragen, welche künstlerischen und gestalterischen Antworten auszumachen sind.

Mit Texten u.a. von Theodor W. Adorno, Lauren Berlant, Judith Butler, Emmanuel Levinas, Alyson Cole, Fred Moten.

Prof. Dr. Kathrin Busch

SoSe 2026

Zeit: Freitag, 15-18h || Ort: STR 207