Die Faschisierung greift um sich. Die AfD feiert Wahlerfolge, in erschreckend vielen europäischen Ländern regieren radikal rechte Parteien und Trumps kriegerische Politik der Härte gibt weltpolitisch den Ton an. Wie kann eine kritische Theorie der Gestaltung auf diese politischen Entwicklungen reagieren? Gibt es ein antifaschistisches Design und welchen ästhetischen Kriterien hätte es zu folgen?
Im Seminar wollen wir uns zunächst den neuesten Theorien des Faschismus zuwenden, um uns einen tragfähigen Begriff der Faschisierung zu erarbeiten. Wir werden dann untersuchen, welche Ästhetiken einem faschistischen Design zugrundeliegen, die einer Faschisierung im Alltag zuarbeiten, und welcher widerständigen gestalterischen Strategien es heute bedarf, um dem entgegen zu treten. Wir werden dabei vor allem Konzepte der Stärke, Reinheit und Gesundheit in den Blick nehmen. An welchen Vorstellungen von Körper, Geschlechtlichkeit und Geschlechterpolitiken sind sie orientiert? Und wie ließen sich aus möglichen Gegenkonzepten wie Schwäche, Hybridität und Verwundbarkeit neue Ästhetiken der Sanftheit, Zuwendung und Zärtlichkeit entwickeln?
Mit Texten von Theodor W. Adorno, Georges Bataille, Anne Dufourmantelle, Patrick Eiden-Offe, Audre Lorde, Xenia Müller/Justus Heitzelmann, Morten Paul, Klaus Theweleit, Eva von Redecker u.a.
Prof. Dr. Kathrin Busch || Designtheorie 1 || BA – 2. Studienjahr || 3. Semester || Do. 11h bis 13h30 || Raum 207