DE
Die Notwendigkeit der Unnötigkeit, hinterfragt die toxische Beschleunigung der Serienproduktion und den damit einhergehenden Verlust emotionaler Werte. Als direkte Antwort verschmilzt die Arbeit die industrielle Logik des CNC-Fräsens mit der unnachgiebigen Natur von 18-mm-Birkensperrholz. Unter Anwendung der Prinzipien des Kirigami, der traditionellen Kunst des Schneidens und Faltens einer einzigen Ebene, verwandelt sie zweidimensionale Oberflächen in komplexe, hybride Formen, die sich einer sofortigen Kategorisierung entziehen.
Es ist eine erzwungene Entschleunigung in einer von „Effizienz“ besessenen Kultur. Während digitale Werkzeuge Schnelligkeit versprechen, fordert das physische Material radikale Geduld. Jeder Akt der Eile prägt sich unumkehrbar in das Holz ein. Die resultierenden Objekte dienen als stiller Protest gegen geplante Obsoleszenz und den „Neu-Reflex“, die zeitgenössische Gewohnheit, Dinge zu ersetzen, noch bevor sie überhaupt abgenutzt sind.
Letztlich ist die Form des Objekts keine fertige Lösung. Indem sie funktionale Erwartungen untergräbt, fordert die Arbeit den Nutzer heraus, zu einem aktiven Teilnehmer zu werden. Auf diese Weise wandelt sich das Stück von einem bloßen funktionalen Echo eines Möbelstücks zu einer autonomen Skulptur. Anstatt ständig neu zu kaufen, wird der Nutzer dazu eingeladen, das bereits Vorhandene zu überdenken und neu zu entdecken. Es ist ein Plädoyer für eine Beständigkeit, die sich nicht nur in der materiellen Haltbarkeit gründet, sondern im ständigen, sich entwickelnden Dialog zwischen dem Objekt, dem Raum und dem Nutzer.
EN
The Necessity of Unnecessity interrogates the toxic acceleration of serial production and its erosion of emotional value. In a direct response, it fuses the industrial logic of CNC milling with the unyielding nature of 18 mm birch plywood. Utilizing the principles of Kirigami, the traditional art of cutting and folding a single plane, the work transforms two-dimensional surfaces into complex, hybrid forms that defy immediate categorization.
It is a forced deceleration in an „efficiency“-obsessed culture. While digital tools promise speed, the physical material demands radical patience; every act of haste is irreversibly etched into the wood. The resulting objects serve as a silent protest against planned obsolescence and the „new-reflex“, the contemporary habit of replacing things before they are even worn out.
Ultimately, the object’s form is not a finished solution. By subverting functional expectations, the work challenges the user to become an active participant. In doing so, the piece transitions from a functional echo of furniture into an autonomous sculpture. Instead of buying new, the user is invited to rethink and rediscover what is already there. It is a plea for a permanence found not just in material durability, but in the constant, evolving dialogue between the object, the space, and the user.






Betreuer: A.Stankowski, A. Engelmann, Z. Dumicic